Freitag, 13. Juni 2014

Dazwischen.... kommt ein Freitag der 13.!

Zuerst vielen Dank für eure Kommentare. Die Reise war nicht gefährlicher als nach Deutschland oder Italien zu fahren. Die beiden Länder sind einfach noch ein "Geheimtipp" unter den Feriendestinationen. Wer sich für andere Kulturen intersiert und keine 5*****  Hotels wie hier erwartet, wird viel Schönes sehen. Es waren auch keine "Erholungsferien", das können wir jetzt zuhause nachholen.

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Nachtrag: Was mir nun seit gestern aufgefallen ist: Vier Leserinnen haben sich bei mir seit dem Kirgistan Beitrag ausgetragen.... Was soll ich da denken? Keinesfalls möchte ich damit prahlen oder Neid auslösen. Ich schaue und lese in euren Blogs ja auch sehr, sehr gerne Bilder und Berichte aus mir bekannten oder unbekannten Gegenden an. Ich finde das immer eine Bereicherung. Auch kritische Kommentare dazu werde ich lesen, das ist kein Problem.
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Nein, nein, abergläubisch bin ich gar nicht. Das ist wirklich reiner Zufall und hätte so jederzeit geschehen können. Das war gestern in unserem Garten:

 Türkischer Mohn, am erblühen

Türkenbund, selbst vor Jahren aus Samen gezogen 


Gestern Abend kurz vor 19 Uhr sah es in unserem Garten dann so aus. Kräftiger Hagel, zum Teil richtige aprikosengrosse Geschosse, gingen nieder. Dieses Bild oben sendete ich dem SRF Meteo  und es wurde im Wetterbericht (heute noch zu sehen unter "Aktuelle Sendung") gezeigt .....Meine Kräuter in der Spirale werde ich dann Morgen genauer ansehen. Ändern kann ich eh nichts mehr daran.


Heute früh dann: Das wären in etwa 2 Wochen bestimmt schöne Kopfsalate für unsere Teller gewesen. Was wird sich davon erholen?


Die drei Krautstilpflanzen erholen sich zum Teil sicher noch, nur vom Vierten fehlt bis zu den Wurzeln alles...

Mein Fazit: Jetzt wird es auch da eine Änderung geben. Im nächsten Jahr gibt es bei uns keinen Gemüsegarten mehr. Das war nun nur noch einen Tropfen auf den heissen Stein. Schon zu oft wurden wir vom Hagel betroffen und die ganze Arbeit zu Nichte gemacht. Nun planen wir gemeinsam, wie diese recht grosse Fläche umgestaltet werden könnte, wo jetzt die Beete waren. Ein neues Projekt also, das ist doch auch positiv. :-)

Zufälle gibt es - und auch wieder einen Freitag der 13.!
Dann wünsche ich allen ein schönes Wochenende.  
 


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Donnerstag, 12. Juni 2014

Kirgistan


 
unsere Reiseroute

Unsere Rundreise begann in Kirgistans Hauptstadt Bischkek, die eigebettet zwischen zwei Gebirgsketten liegt. Am Morgen des zweiten Tages konnten wir die imposante Kulisse vom Hoteldach aus bewundern.

 Bischkek, Sicht in die Berge

Die ersten Begegnungen mit den Kirgisen waren so herzlich und aufgeschlossen, dass es auch schon den sehr viel Gereisten positiv auffiel. Die Natur ist vielfältig und grandios. Nach einigen Tagen reisten wir ins Chon Kemin Tal. Dort bewirtete uns kirgisische Familie in ihrem Guesthouse Ashu auf ganz ausgezeichnete Weise. Sie zeigten uns, wie sie ihre traditionellen Filzarbeiten herstellen und wie sie ihr Brot backen.


Sie stellen zwei verschiedene Filzteppiche her: Syrdak und Ala Kyjys. Die bekanntere Variante, Syrdak, wird das Muster auf eine Filzmatte mit Kreide vorgezeichnet. Ein andersfarbigerWollfilz wird untergelegt und beide Lagen ausgeschnitten. Die von Hand zusammengesetzten Stücke werden auf einfarbigem Untergrund vernäht und so entstehen zwei Teppiche mit umgekehrter Farbanordnung. Ursprünglich waren diese aus ungefärbter Wolle, sind nun aber auch in gefärbtem Filz populär geworden. 


Bei einem Ala Kyjys wird eingefärbte Wolle in eine lockere Filzgrundlage eingelegt. Mit einer Matte aus Federgras (wächst natürlich in der Umgebung) wird dann eingerollt und gewalkt, bis sich alles zu einem dicken Teppich verfilzt hat. Sie stellen auch aus den Filzresten in Patchwork Techniken verschiedene Gebrauchsgegenstände her. Was mir jedoch aufgefallen ist, dass für Hintergründe heute oft Stoffe oder "Samt" in Kunstfaser zusammen mit ihren Arbeiten und Stickereien verwendet werden. Für sie ist das natürlich ein Fortschritt, was ich hingegen schade finde.


 Kalama, das vorbereitete Fladenbrot

Am Nachmittag zeigten sie uns draussen das Brotbacken im holzbefeuerten Ofen. Der dünne, ungesäuerte Brotfladen heisst Kalama und schmeckte uns anschliessend, noch warm gebrochen (nicht geschnitten) und verteilt, hervorragend.

 Fettschwanzschafe

Beim Rundgang vor dem Nachtessen fand ich diese beiden Schafe, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe gibt es überall viele. Hier werden die Fettschwanzschafe gehalten und das sind auch die Lieferanten für die Wolle, oder das Fleisch. Die rostrote Farbe des Jungtieres hat mich besonders angesprochen. Die beiden Fetthöcker am Hinterteil liefern ein begehrtes Fett in der kirgisischen Küche. 


Beim weiteren Spaziergang durchs Dorf begegneten uns diese beiden Kinder - natürlich wieder mit einem freundlichen Lächeln und ganz unverdorben. Wahrscheinlich sahen die beiden noch nicht so viele "Bleichgesichter" (oder Touristen). Nebenan gackerten die Hühner, auch die leben in absoluter Freiheit und dürfen gackern und scharrern wo sie gerne wollen.

  Chon Chemin Tal

Ausserhalb der paar kleinen Häuser die zum Dorf gehören, sah es so wie auf dem Bild oben aus. In weiter Ferne wieder ein kleines Dorf, mehr nicht. Eine herrliche und abgeschiedene Welt. Das hat mir sehr gefallen. Wo nichts angepflanzt wird, ziehen die Hirten mit ihren Tieren umher. Vermehrt wählen die Kirgisen nun wieder das Leben als Nomaden und wandern und stellen ihre Jurten auf. Sogar in den Städten werden Jurten aufgebaut, die dann zum Beispiel für Feste benutzt werden.


Jede Herde wird von einem Hirten begleitet und hier trafen wir auf eine Herde Rinder und Kühe.


Etwas weiter hinten im Tal wanderten wir ein kleines Stück zu Fuss und sahen einige Pferdeherden. Es ist so geregelt, dass die Hirten überall ihre Tiere weiden lassen dürfen, wenn sie einen kleinen Teil dem Staat bezahlen, und es gibt nicht einmal den Strassen entlang einen Zaun.


Später dann, nach einem kurzen Flug, kamen wir in Osch, der zweitgrössten Stadt Kirgistans, an. Dort bestiegen wir den heiligen Berg Suleiman, ein UNESCO Kulturerbe. Es gibt da auch Felsritzungen und am Berg finden heute noch immer Ausgrabungen statt.

Weiter ging es zur Grenze Usbekistans und die Überquerung war ein besonderes Erlebnis. Im Niemandsland zwischen den beiden Ländern mussten wir mit Gepäck etwa 200 m zu Fuss gehen. Am Zoll von Usbekistan angelangt wurde das ganze Gepäck aufs Genaueste untersucht und jede kleine Tüte musste ausgepackt werden. Die mitgenommenen Medikamente wurden alle haargenau geprüft und unbekannte im Internet gesucht. Psychopharmaka gelten als Droge oder auch ein stärkeres Schlafmittel und dürfen nicht eingeführt werden. Trotzdem, die Zollbeamten waren sehr, sehr nett und übten bei Gelegenheit die Aussprache unserer komischen Namen :-), oder blätterten interessiert in unseren Reiseführer über Kirgistan.

Noch könnte ich so viel erzählen und berichten, aber ein Buch möchte ich euch doch nicht zumuten. Ich hoffe jedoch einen kleinen Einblick in diese kirgisische Welt gegeben zu haben. Über die Weiterreise in Usbekistan berichte ich später dann. Nun setze ich mich unter den Sonnenschirm und geniesse den Garten.

Übrigens, das waren meine ersten Ferien ganz ohne Stricknadeln und Wolle................!! Reisen ist eben auch eine Leidenschaft und das Gesehene und Erlebte ist einfach unvergesslich. 


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Sonntag, 8. Juni 2014

Auf der Seidenstrasse

Seit Anfang Februar bekamen all meine versponnenen Garne, gestrickten Sachen usw., für euch etwas ungewöhnliche Projekt-Namen, was einige schon bemerkten in den Kommentaren. Begonnen hat alles mit den "Zürich-Spencer" und endete mit der "Genug-Platz-Tasche Urgentsch". Die Tasche hat mich in letzter Zeit begleitet und nun werde ich das Rätsel darum herum auflösen. Ich war in mit einer Gruppe auf einer wunderbaren Reise im Orient. Es gehörte zur Vorfreude, und so bezeichnete ich einzelne Höhepunkte davon (der Reihe nach) für meine Arbeiten. Die vielen Eindrücke und Erlebnisse müssen sich nun bei mir erst noch etwas "setzen" und die Fotos durchgesehen werden. Später werde ich hier gerne mehr darüber berichten.

Der Start mit dem Flugzeug war in Zürich ....

aus der Luft - Istanbul, Bosporus

... und nach dem Umsteigen in Istanbul ging es weiter nach Bischkek in Kirgistan. Die Hauptstadt ist aus einer Karawanenstation an der Seidenstrasse entstanden.

Etwas später ging die Reise weiter mit Bussen auf der Seidenstrasse nach Usbekistan.

Samarkand

Wandteppich im Ferganatal

Ganz schöne Tage wünsche ich allen und bis bald.


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Empfohlener Beitrag

Arg im Hintertreffen

Nun melde ich mich schnell einmal mit der Hoffnung, ihr versteht mein langes Fernbleiben hier. Nach der wunderschönen Italien-Rundreise wurd...